Renovierungskosten Wie viel Hausbesitzer in ihre Immobilie stecken müssen

Eigentümern vergeht schnell die Freude, wenn nach einigen Jahren größere Reparaturen fällig werden. Was der Werterhalt einer Immobilie über die Jahre kostet.

Als Hildegard Fischer (Name von der Redaktion geändert) ihr Haus in einem Koblenzer Vorort verkaufen wollte, erlebte sie eine böse Überraschung. Die Nachbarn hatten 350 000 Euro geschätzt, einer rechnete sogar mit einer halben Million. Das Haus hat eine phantastische Lage: hoch über der Stadt auf der anderen Rheinseite, mit Blick über Rhein und Mosel weit in die Eifel hinein. Und das Grundstück ist nicht gerade winzig. Doch gerade mal 200 000 Euro setzte der Makler an, und so hoch ging er nur wegen der Lage. Er nannte auch unverblümt den Grund für den beträchtlichen Preisabschlag: „Wer dieses Haus kauft, muss so viel reinstecken, dass er es besser abreißt und neu baut.“

Die Bausubstanz war schlecht (Baujahr 1937), zudem waren einige Schäden nach dem Krieg mit minderwertigem Material repariert worden. Wasser und Heizungsrohre sowie Heizkörper mussten dringend erneuert werden – von fehlender Wärmedämmung ganz abgesehen. Die Räume waren allerdings regelmäßig renoviert worden, auch hatte das Haus neue Kunststofffenster bekommen, das Dach war vor wenigen Jahren neu gedeckt und der Außenputz erneuert worden. Baufällig war das Haus also beileibe nicht, nur eben nicht zeitgemäß – es hatte ausgedient.

Um den Substanzwert eines Hauses zu erhalten, sind laufend Investitionen notwendig. Professor Hartmut Großhans vom Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen rät deshalb allen Eigenheimbesitzern, jährlich sieben bis acht Euro pro Quadratmeter Wohnfläche für Instandhaltung zurückzulegen. In den ersten Jahren ist nicht viel zu tun, aber nach zehn bis 15 Jahren geht es los, und nach 20 Jahren hauen die Reparaturen richtig ins Kontor. Neue Heizung, die Wasserleitungen taugen nichts mehr, Klo und Bad müssen raus. Wehe dem, der zu lange wartet: Entweder muss er später sehr viel Geld investieren, um das Haus wieder marktfähig zu machen – oder gewaltige Abstriche am Verkaufserlös hinnehmen.

Unser Renovierungsrechner ermittelt, welchen Betrag man ungefähr in ein Haus stecken muss, um den Substanzverlust auszugleichen, um bei einem späteren Verkauf zumindest den gegenwärtigen Preis zu erhalten.

Quelle : 
https://www.focus.de/immobilien/bauen/renovieren/renovierungs-rechner/renovierungsrechner_aid_9642.html

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